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Bündnis für Menschenwürde und Arbeit

Nachrichten aus Gesellschaft und Arbeitswelt

Literaturhinweise

Working Class

„Ihr werdet es einmal schlechter haben!“

Cover Working Class

Die Generation nach den Babyboomern ist die erste nach dem Zweiten Weltkrieg, die ihre Eltern mehrheitlich nicht wirtschaftlich übertreffen wird. Obwohl die Wirtschaft ein Jahrzehnt lang wuchs, besitzt die Mehrheit in diesem Land kaum Kapital, kein Vermögen. Doch sich Wohlstand aus eigener Kraft zu erarbeiten ist schwieriger geworden, insbesondere für die, die heute unter 45 sind. Die Hälfte von ihnen fürchtet, im Alter arm zu sein. Was sind die Ursachen für diesen großen gesellschaftlichen Umbruch, wann fing es an?

Julia Friedrichs spricht mit Wissenschaftlern, Experten und Politikern. Vor allem aber begleitet sie Menschen, die dachten, dass Arbeit sie durchs Leben trägt, die reinigen, unterrichten, Tag für Tag ins Büro gehen und merken, dass es doch nicht reicht. Sie sind die ungehörte Hälfte des Landes. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte.
 
Julia Friedrichs, 1979 im westlichen Münsterland geboren, studierte Journalistik in Dortmund und Brüssel. Seitdem arbeitet sie als Autorin von Reportagen und Dokumentationen für die ARD, das ZDF und die Zeit. Mit dem Redaktionsteam „docupy“ brachte sie den Film „Ungleichland“ heraus....

 Das Buch ist erschienen im PIPER Verlag

In der Reihe "LESART" des Radiosender Deutschlandfunk Kultur spricht Shelly Kupferberg mit der Autorin Julia Friedrichs über die "Working Class"

 


Ein Kämpfer mit versöhntem Herz

Erinnerungen an Eddi

eddi buchEdmund Erlemann war ein charismatischer Priester. In Mönchengladbach arbeitete er vor allem für die Armen, für Obdachlose, Flüchtlinge, Hartz-IV-Empfänger. Menschen, die niemand sieht, in die Mitte der Gesellschaft zu holen, war sein Anliegen. Am 4. November jährt sich Erlemanns Todestag zum fünften Mal. Ein Buch erinnert an den Pfarrer, der in der Stadt 2011 zu „Gladbachs Bestem“ gewählt wurde.
Ein schlichtes Holzkreuz erinnerte nach der Beerdigung an Eddi Erlemann.
Es gibt kaum jemanden in Mönchengladbach, dem der Name Edmund Erlemann nichts sagt – wenn es auch sein kann, dass man den Namen nochmal leicht korrigieren muss. Denn in der Stadt wurde Erlemann von vielen liebevoll Eddi genannt. So stand es auch auf dem Holzkreuz an seinem Grab an der Brandts Kapelle. Hunderte Menschen gaben ihm damals das letzte Geleit, Straßen mussten für den Trauerzug zeitweise abgeriegelt werden. Sein Erbe lebt weiter: im Treff am Kapellchen, das Erlemann zusammen mit den Steyler Missionsschwestern ins Leben gerufen hat, und im Volksverein, den er zusammen mit engagierten Mitstreitern 1985 gegründet hat.


Nun gibt die Stiftung Volksverein ein Buch heraus, in dem an den Priester erinnert wird, der wie kein anderer seiner Zeit die Stadt prägte. In „Ein Kämpfer mit versöhntem Herzen. Edmund Erlemann 1935–2015“ sind veröffentlichte Texte und Predigten des Pfarrers zusammengestellt worden. Dazu gibt es viele Fotos aus seinem Leben – von der Jugend bis zu seiner Beerdigung.
Wenn man sich an einen Menschen erinnern will, dann sind seine Worte sicher ein wichtiger Baustein. Aber was die Erinnerung an einen Menschen wirklich lebendig macht, dass sind die Erinnerungen, die man mit anderen, die ihn kannten, teilt. Und so sind die persönlichen Erinnerungen der Wegbegleiter Erlemanns auch die Texte, die beim Durchsehen des Inhaltsverzeichnisses als erstes neugierig machen. 26 Frauen und Männer sprechen über Erlemann, wie sie ihn erlebt haben.

Das Wichtigste ist, andere Menschen so, wie sie sind, zu akzeptieren: das Gegenüber als gleichwertig anerkennen“,
habe er gepredigt, berichtet Sibylle Albrecht, eines seiner 30 Patenkinder. Zwischen den Patenkindern habe er eine tiefe lebenslange Freundschaft geschaffen, die sie zu Geschwistern mache. Wie bei Albrecht begegnet man auch in den anderen Interviews dem Menschenfreund, der in seinem Gegenüber stets einen Würde-Träger sah und sich mit kirchlichen Würdenträgern anlegte, wenn er es für nötig hielt. Ein Mann, der denen zur Seite stand, die keine Lobby hatten, der Brücken baute und sich für eine menschenfreundliche Kirche einsetzte, in der auch Frauen ihren gleichberechtigten Platz bekommen. Ein Mann voller Humor und Herzenswärme.

Er stand an der Seite der Menschen in Not, seine Texte geben Mut im Alltag

Wer glaubte, dass der Mann, der nicht Nein sagen konnte, wenn er um etwas gebeten wurde, leicht zu lenken gewesen wäre, erlebte so manche Überraschung. Er stand Menschen in Not zur Seite – auch wenn das bedeutete, sich gegen seinen Bischof zu positionieren. Das hat ihm so manchen Ärger eingebracht. Zwischen ihm und Bischof em. Heinrich Mussinghoff kam es sogar zu einem ernsten Zerwürfnis. Wenige Monate vor Erlemanns Tod versöhnten sich die beiden und fanden ihren Frieden miteinander. So sehr Erlemann Brücken zwischen Menschen baute, so kompromisslos setzte er sich für die Rechte der Armen und im Leben Benachteiligten in Kirche, Gesellschaft und Politik ein. Statements wie „Es wäre um die Kirche besser bestellt, wenn es mehr Erlemänner gäbe“ liest man hier, und den Beweis dafür tritt Erlemann selbst an.
Der erste Teil des Buches widmet sich einer Auswahl seiner Reden und veröffentlichten Texte, im zweiten Teil kommt der Priester in einigen seiner Predigten zu Wort. Viele Texte sind über 20 Jahre alt und trotzdem so aktuell, als hätte Erlemann sie erst gestern geschrieben. Ob es um die Reformbedürftigkeit der Kirche geht, um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder die Kritik am globalisierten Kapitalismus: Erlemann findet deutliche Worte. Dabei beschränken sich die Texte nicht darauf, Missstände anzuprangern.

Seine Texte und Predigten zeugen von Lebensfreude und geben Mut im Alltag.

 
zuerst erschienen in der KirchenZeitung, Ausgabe 43/2020

„Ein Kämpfer mit versöhntem Herzen. Edmund Erlemann“ von der Stiftung Volksverein (Hg.), 350 S., 28 Abb., ist ab 7. November gegen eine Spende erhältlich (zur Orientierung: Die Herstellungskosten betragen 15 Euro). Schriftliche Bestellungen können an das Edmund-Erlemann-Archiv, Kirchplatz 10, 41061 Mönchengladbach, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (zzgl. 2 Euro für Porto) gerichtet werden.

Tonspur ⇒  Norbert Jährs und Johannes Eschweiler erinnert sich an den Sozialpfarrer Edmund Erlemann (gesendet von Radio 90.1 - Dauer: 03:00 Minuten

 


Das (r)evolutionäre Subjekt

Cover Das revolutionre SubjektTheorie und Praxis verbinden – diesen Versuch unternimmt Günter Rexilius (Mitglied in unserem Bündnisrat) in seinem Buch "Das (r)evolutionäre Subjekt. Eine meta-psychologische Studie über Aufklärung, Agitation, Aufbruch". Menschen sind kollektive Wesen, ohne ihr Miteinander in der Sicherung des Überlebens, aber auch in der gemeinsamen Freude, Trauer und Gestaltung des Lebens gäbe es keine menschliche Gattung. Die Zerstörung des Kollektiven durch die Entstehung von Privateigentum und ihm folgend der Herrschaft von Menschen über Menschen mündet gesellschaftlich in einem neoliberalen Vernichtungsfeldzug gegen Menschen und Natur, psychisch in der produktions- und marktkonformen Knechtung menschlicher Lebensäußerungen. Dieses Buch unternimmt den Versuch, zur Befreiung von Ausbeutung, Unterdrückung und Entwürdigung zu ermuntern.

 Das Buch ist erschienen im NORA Verlag

ISBN: 978-3-86557-476-3

 


 

DIE ELENDEN

"Konsum ist wichtig, wenn man davon ausgeschlossen ist."

Cover Die ElendenDies ist einer der Sätze von Anna Mayr in einem Interview zu Ihrem in diesem Monat erscheinenden Buch „Die Elenden“. Sie hat als Kind zweier langzeitarbeitsloser Eltern selbst Erfahrungen mit dem Leben in einem Hartz-IV-Haushalt gemacht. Und jetzt hat Sie zum Ende dieser Beeinträchtigung diese Situation in einem Buch be- und verarbeitet.

Der kurze Bericht von Titel-Thesen-Temperamente zeigt auf eindrucksvolle Weise Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten, denen Sie persönlich ausgesetzt war, so wie es viele andere sind – im Bundeschnitt muss etwa jedes 5. Kind diese strukturelle Benachteiligungen erleben.

Diese Situation politisch zu bearbeiten und zu bekämpfen, dies liegt im Selbstverständnis des Bündnisses für Menschenwürde und Arbeit.

Schauen Sie sich das Video an, kaufen Sie gerne das Buch, um mit der Unterstützung dieser jungen Autorin auch ein Zeichen zu setzen, sich mit dieser Situation nicht abzufinden.

… und das Bündnis wird gerade zum Thema Hartz IV in den nächsten Wochen öffentlich aktiv werden.

Dieses Gesetz bedarf der Abschaffung, mindestens aber der Generalrevision, um die Menschenwürde der Betroffenen wiederherzustellen. 

Sendebeitrag ⇒ https://www.daserste.de

Buch- und Bestellhinweis  https://www.hanser-literaturverlage.de

 

 

Rente rauf!

Buchcover Rente raufDie Autoren Dagmar Hühne und Holger Balodis aus Köln – die auch schon auf unserer Mitgliederversammlung referiert haben – sind nun wieder mit einem neuen Buch in die Diskussion um angemessene Altersversorgung eingetreten. Als eine Art Vorgeschmack auf Ihr Buch „Rente rauf! So kann es klappen!“ veröffentlichen wir hier Ihren Newsletterbeitrag zur sogenanten Grundrente. Die beiden FachjournalistInnen kennen das seit „Riester“ runderneuerte deutsche Rentensystem von Grund auf und sie analysieren messerscharf und verständlich seine großen Schwächen mit der bekannten Folge wachsender Altersarmut. Ebenso kenntnisreich und kritisch beurteilen sie die neue Grundrente.

Fehlgeburt Grundrente

Nun ist die Grundrente durchs Kabinett und es hagelt Kritik. Zu Recht. Sie verdient nicht ansatzweise den Namen Grundrente, weil sie, anders als der Begriff suggeriert, eben nicht allen langjährig Beschäftigten eine Rente verschafft, die auch nur halbwegs zum Leben reicht.
Die wichtigsten Kritikpunkte: Sie ist bis zur Unverständlichkeit kompliziert und nutzt mit geschätzt 1,3 Millionen viel zu wenigen Personen. Und was das Schlimmste dabei ist: Es sind gerade jene mit den niedrigsten Renten, die ausdrücklich ausgenommen werden. Alle Verdienste, die umgerechnet nicht mindestens 0,3 Rentenpunkten entsprechen, werden nicht aufgewertet. Das betrifft derzeit alle mit einem Monatseinkommen bis 972 Euro brutto. Sie haben nichts von der Grundrente. Und auch die, die ins Raster passen, werden nur in wenigen Einzelfällen durch die neue Grundrente über die Grundsicherungsschwelle (netto rund 800 Euro monatlich, unterschiedlich je nach Wohnort) gehoben. Wer die maximal mögliche Aufwertung bekommt, der/die wird nach 35 Arbeitsjahren und nach Abzug des Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrags eine Rente von rund 770 Euro erhalten. Das ist in großen Teilen der Republik weniger als Grundsicherung.
Wer wirklich bedürftig ist, bleibt auch nach Einführung der Grundrente auf den von vielen als entwürdigend empfundenen Gang zum Grundsicherungsamt angewiesen. Wollte Hubertus Heil nicht genau dies verhindern?
Das Problem: Die besonders in Unionskreisen sehr unbeliebte Grundrente soll nicht allzu viel kosten. Für 2021 rechnet man mit Ausgaben von 1,3 Milliarden Euro. Das reicht aber gerade mal, um jedem Begünstigten im Schnitt pro Monat gut 80 Euro draufzulegen. Das ist weder ein wirksamer Schritt zur Bekämpfung von Altersarmut noch eine ernstzunehmende Würdigung der Lebensleistung, wie sie Hubertus Heil monatelang propagierte. Die neue Grundrente ist meilenweit von echten Mindestversorgungen entfernt, wie sie in europäischen Nachbarländern schon lange üblich sind. Welche Länder es besser machen als wir, das beschreiben wir in unserem neuen Buch „Rente rauf!“. Und wir rechnen vor, dass wir uns nicht nur eine ausreichende Mindestrente leisten müssen, sondern auch deutlich bessere Renten für alle. Auch da hinkt Deutschland Nachbarländern wie Österreich oder den Niederlanden deutlich hinterher. Ein Drittel höhere Renten für alle sind notwendig und finanzierbar. Wir müssen es nur wollen.

Holger Balodis und Dagmar Hühne: Rente rauf! So kann es klappen
DVS Verlag, 204 Seiten, 18 Euro
(ISBN 978-3-932246-98-2)

Holger Balodis
Dagmar Hühne
http://www.vorsorgeluege.de
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
0221-461527 und 466590

Geschichten von Armut und Ausgrenzung

Für alle von Hartz IV und »Heart’s Fear« Betroffenen – und für alle, die ihnen beistehen.

Cover Working Class

Eine Stimme gegen die unerträglichen Lobpreisungen des hartzgrausigen Sozialabbaus, dessen Folgen bereits überall erkennbar sind:
Spaltung der Gesellschaft, Niedriglöhne, Kinder- und Altersarmut und zunehmende Obdachlosigkeit.

»Bettina Kenter-Götte beschreibt mit ergreifenden und klaren Worten die Unmenschlichkeit eines bestehenden Systems, eine Unmenschlichkeit, die sie selbst erleben musste.« (Katja Kipping, Die Linke)

»Wer dieses Buch gelesen hat, kann nur zu einem Schluss kommen: Wir dürfen die nicht gewähren lassen, die Unrecht zu Recht erklären wollen.« (Fred Schirrmacher, Bundesweite Montagsdemo).

⇒ zum Verlag Neuer Weg

Denken Sie immer: daß wir nur eigentlich für uns selbst arbeiten. Kann das jemand in der Folge gefallen oder dienen, so ist es auch gut. Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.

 

Johann Wolfgang von Goethe
(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann
Quelle: Goethe, Briefe. An Johann Heinrich Meyer, am 8. Febr. 1796
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